Journalismus: ersetzt der Computer den Redakteur?

Stapel von ZeitungenEin hervorragender Beitrag mit dem Titel „Computergenerierter Journalismus: Maschine fordert Mensch heraus“ findet sich auf netzwertig.com, den ich gerne teilen möchte.

Im Kern geht es darum, dass zwei amerikanische Startups – Narrative Science und Automated Insights – computergestützt und mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz aus Daten leicht verständliche Zeitungsartikel produzieren können.

Diese automatisierte Texterstellung wird momentan im Wesentlichen für standardisierte Texte verwendet, die auf vielen strukturierten Daten beruhen, wie Sport- und Finanzberichte.

Wird ein Computer besser schreiben können als ein Mensch?

Aber es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis auch komplexere Sachverhalte durch die Maschine aufbereitet werden können. Einer der Gründer von Narrative Science wird mit den Worten zitiert, dass „in 15 Jahren […] mehr als 90 Prozent aller Nachrichtenartikel aus der Feder von Computern [stammen]“ und: „Schon in fünf Jahren könnte ein von Algorithmen verfasster Text mit einem Pulitzer Preis ausgezeichnet werden„.

Regt zum Nachdenken an, oder?

Zumal Google jetzt auch angekündigt hat, in den nächsten drei Jahren 150 Millionen Euro ausgeben zu wollen, um Innovationen im digitalen Journalismus in Europa zu fördern.

Der Computer unterstützt, der Mensch ist kreativ

Aber kein Grund zur Sorge für alle mitlesenden Journalisten. Der Autor des Beitrags Martin Weigert kommt richtigerweise zu dem Schluss, dass dieses eine riesige Chance für Journalisten ist.

  1. Lass die Computer doch die langweiligen Artikel schreiben, dann haben die Journalisten mehr Zeit für Recherche, Analyse und Texten von wirklich hochwertigen Beiträgen mit Mehrwert. Also genau dass, was ein guter Journalist machen will und wo er seine Stärken hat.
  2. Ein Computer wird – zumindest auf absehbare Zeit – nicht in der Lage sein, mit Worten zu spielen, Emotion und Leidenschaft in einen Text zu bringen.

Je länger ich drüber nachdenke, um so überzeugter bin ich, dass der Journalismus der Zukunft so aussehen wird, wie beschrieben. In allen Lebensbereichen haben die technologischen Entwicklungen in den letzten Jahrzehnten und Jahren an Geschwindigkeit zu genommen und es gibt für mich keinen ersichtlichen Grund, warum diese Entwicklung sich verlangsamen sollte. Das gilt auch für den Journalismus.

Und es ist ja auch nichts verwerfliches daran, die fortschreitende Technologie auch im Journalismus zu nutzen. Computer sollen dem Menschen nützen, nicht ihn ersetzen.

Und das hochwertiger Content das Erfolgskriterium im Wettbewerb um Leser ist, weiss jeder Journalist ohnehin und jeder Blogger mindestens seit Google Panda.

Nachtrag 17.12.2012: das gefahrgut-blog hat mit „Was der Journalismus im digitalen Zeitalter braucht“ einen schönen passenden Beitrag dazu veröffentlicht.

Was glaubt Ihr? Wird der Computer den Pulitzerpreis gewinnen können?

 

Über Christoph (187 Posts)

betreibt Marktding.de. Ausserdem ist er B2B-Marketer und Stratege mit einer Vorliebe für Wachstumsstrategien und der Entwicklung und Vermarktung von Dienstleistungen und technischen Produkten. Sein besonderes Faible gilt der Entwicklung von produktbegleitenden Dienstleistungen. Mehr über Christoph hier im Blog.


Zuletzt aktualisiert am 03.11.2015

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