Das Digital Innovation Model für Apps mit Mehrwert

Brainstorming Session mit Post-ItsMir gefallen Methoden, mit denen man Schritt für Schritt und strukturiert komplexe Probleme oder Fragestellungen lösen kann. Wie das Business Model Canvas, das Value Proposition Model, die Zamuk-Methode, Design Thinking oder der Strategieprozess. Das Digital Innovation Model gehört auch dazu. Es kommt hervorragend zum Einsatz, wenn es darum geht, neue Ideen für Apps und andere Softwareprodukte auch Herz und Nieren zu prüfen.

Was ist das Digital Innovation Model?

Kurz gesagt – es führt in einer übersichtlichen Darstellung alle relevanten Punkte auf, die Du bei Softwareprojekten beachten musst. Und das geht über das technische und organisatorische hinaus. Diese Aspekte sind sogar untergeordnet, es geht vielmehr um die Zielgruppe, den Mehrwert der Software für die Nutzer, das Nutzererlebnis aber auch um die Finanzierung und das Stakeholder Management.

Es bietet sich an, dass Digital Innovation Model in der Kreativ- oder Konzeptionsphase für neue Apps oder Softwareprodukte anzuwenden. Es strukturiert das Brainstorming und hilft, alle wesentlichen Aspekte, die für den Erfolg des Produktes notwendig sind, zu berücksichtigen.

Auf der folgenden beispielhaften Darstellung siehst Du die 9 Themenfelder, die das Digital Innovation Model abdeckt:

Digital Innovation Model auf einer Seite

Quelle: Handspiel – Digital Innovation Model

Welche Themenbereiche werden im Digital Innovation Model abgedeckt?

Was ist das Digital Innovation Model im Detail und was musst Du – Schritt für Schritt – erarbeiten, um eine erfolgversprechende App zu entwickeln?

1. Ergebnisse: Was willst Du erreichen?

Wenn Du im Vorfeld schon weisst, wie das Ziel, welches Du mit der App oder der Anwendung erreichen willst, aussieht, so ist der Weg dort hin schon um einiges leichter und klarer.

2. Nutzer und Zielgruppe: Wer braucht Deine App?

Das ist eine ganz entscheidende Frage, denn Du solltest Deine Nutzergruppe genau definieren. Wer ist bereit, Deine App auszuprobieren, wer ist die Zielgruppe, wie groß ist sie?

3. Bedürfnisse und Probleme: Probleme und Herausforderungen der Nutzer

Welche Probleme haben die potentiellen Nutzer? Wie lösen sie sie heute? Und was kann Deine Idee dabei vereinfachen oder besser machen? Bei der Beantwortung dieser Frage kann das Value Proposition Design (aff. Link) und das Design Thinking (aff. Link) helfen – beide Methoden legen großen Wert darauf, die Bedürfnisse der Nutzer genau zu verstehen.

4. Aufmerksamkeit und Diffusion: Was beschäftigt die Nutzer?

Warum sollten die potentiellen Nutzer aufmerksam werden auf Deine App? Was beschäftigt sei, was diskutieren sie? Wie kannst Du sie erreichen? Je besser Dein Bild und Deine Kenntnisse der Zielgruppe sind, um so besser für Dein Projekt!

5. Erstnutzungserlebnis: Der erste Eindruck bleibt

Es dauert länger, eine App zu laden als sie wieder zu installieren. Überlege Dir genau, was der Nutzer erlebt und empfindet, wenn er Deine App das erste Mal benutzt – aufwändige Registrierungsprozesse, lange Erklärungen, komplizierte Menüs führen dazu, dass der Nutzer die App nicht weiterverwendet.

6. Stammnutzen: Aus Erstnutzern Dauernutzer machen

Wie kann Deine App bzw. Deine Anwendung sich im Alltag des Nutzers bewähren? Wie bleibt sie im Gedächtnis? Welchen tagtäglichen Nutzen kann sie bringen? Diese Fragen musst Du beantworten, sonst verschwindet sie in den Tiefen des Smartphones und wird bei der nächsten Bereinigungsaktion gelöscht.

7. Eigenschaften und Funktionen: Jetzt erst geht es an die Details

In diesem Schritt solltest Du die Funktionen und Features der Anwendung beschreiben. Gibt es ein Killerfeature? Wie unterscheidet sich Dein Programm von anderen?

8. Unterstützer, Partner, Kritiker: Stakeholdermanagement

Wer kann Dir helfen, wer schaden? Das solltest Du Dir auch im Vorfeld klar machen, bevor es böse Überraschungen gibt. Welche Interessengruppen oder Verbände könnten bspw. Vertriebspartner sein? Und wem könnte Deine App sauer aufstossen (wie z.B. mytaxi und Uber dem Taxigewerbe)?

9. Umsetzung und Finanzierung: Ohne Moos nichts los

Natürlich willst Du mit der App oder Deiner Anwendung Geld verdienen (unterstelle ich jetzt einfach mal). Dazu brauchst Du ein Geschäftsmodell und einen Business Case: was kostet’s, was bringt’s?

Apps mit Mehrwert - die Systematik des Digital Innovation Model kann das. Klick um zu Tweeten

Wenn Du diese 9 Themenfelder ausgestaltet hast und Antworten auf die Fragen hast, so solltest Du ein ziemlich klares Bild über die Eigenschaften und Erfolgsaussichten Deiner Idee haben.

Sei aber kritisch – es bringt nichts, sich im Vorfeld alles schön zu reden, um dann in der Praxis festzustellen, dass der Markt für Deine Idee nicht da ist, die Nutzer die App nicht verwenden oder die Kosten und Umsätze aus dem Ruder laufen. Das Digital Innovation Model ist keine Garantie für den Erfolg, es kann aber ein paar Unklarheiten beseitigen und damit das Risiko minimieren.

Zum Weiterlesen empfehle ich das Buch zum Digital Innovation Model  (aff. Link):

Über Christoph (186 Posts)

betreibt Marktding.de. Ausserdem ist er B2B-Marketer und Stratege mit einer Vorliebe für Wachstumsstrategien und der Entwicklung und Vermarktung von Dienstleistungen und technischen Produkten. Sein besonderes Faible gilt der Entwicklung von produktbegleitenden Dienstleistungen. Mehr über Christoph hier im Blog.


Zuletzt aktualisiert am 28.01.2016

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