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Was meint Schumpeter mit "Schöpferische Zerstörung"? | Marktding

Was meint Schumpeter mit “Schöpferische Zerstörung”?

Schöpferische Zerstörung - innovativ mit Ballon anstatt per Leiter“Schöpferische Zerstörung ist die Basis für Innovation, unternehmerisches Wachstum und Wohlstand”, so sinngemäß die Wirtschaftsphilosophie von Joseph A. Schumpeter, österreichischer Ökonom in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Was sich im ersten Moment widersprüchlich anhört, wird auf den zweiten Blick deutlich.

Innovation ist der Treiber für Wachstum und Wachstum ist notwendig, damit Unternehmen langfristig bestehen bleiben können. Es bleibt also die Frage, wie Innovation entstehen kann?

Zwar bezieht sich “schöpferische Zerstörung” im Sinne Schumpeters auf Volkswirtschaften (also: Branchen, Industriezweige und Infrastrukturen verändern sich), lässt sich aber genauso gut auf einzelne Unternehmen, Produkte und Technologien anwenden.

Stillstand bedeutet Rückschritt

“Das Neue”, so Schumpeter in seinem Buch “Kapitalismus, Sozialismus und Demokratie(aff. Link), ermögliche sprunghafte, radikale und dynamische Entwicklung. Viele Unternehmen versuchen aber Stabilität und Planbarkeit als Grundfeste zu manifestieren. Es mag in der Natur des Menschen liegen, dass er Stabilität anstrebt und Veränderung vermeiden will.

Aus unternehmerischer Sicht ist das jedoch gleichbedeutend mit Stillstand und Beharren auf dem Status Quo. In einer von Wettbewerb geprägten Wirtschaftsordnung führt das dazu, dass andere Unternehmen, die sich weiterentwickeln, vorbei ziehen und ihre Wettbewerbsposition stärken.

Dazu passt auch mein Lieblingszitat der Roten Königin aus „Alice im Wunderland“ sehr gut:

“Hierzulande musst du so schnell rennen, wie du kannst, wenn du am gleichen Fleck bleiben willst.“

Auf ein Unternehmen bezogen heisst das, dass allein schon eine große Anstrengung erforderlich ist, um seine Wettbewerbsposition zu behaupten. Will man sich weiterentwickeln, braucht man mehr.

Eine Erklärung für Schöpferische Zerstörung

Dieses “Mehr” ist die “schöpferische Zerstörung”. “Schöpferische Zerstörung” bedeutet dabei:

  • den Status Quo zu hinterfragen und sich permanent verbessern
  • etwas “Neues” zu erschaffen: das “Alte” sieht sich dem Wettbewerb ausgesetzt und verschwindet. “Neu” bezieht sich dabei nicht nur auf Produkte und Erfindungen, sondern auch Abläufe, Methoden, Verfahren, …
  • das “Neue”, die Innovation, verändert alles, was bisher war (zum Guten) und zieht weitere und weitreichende Veränderungen nach sich
  • diese Veränderungen haben Einfluss auf viele Unternehmen, schaffen neue Arbeitsplätze, neue Geschäftsmodelle, Technologien und Industriezweige

oder etwas allgemeiner formuliert:

Schöpferische Zerstörung = Das Bessere ist der Feind des Guten

Etwas konkreter, bitte: Beispiele für schöpferische Zerstörung

Beispiele für “schöpferische Zerstörung” gibt es einige

  • der Buchdruck sorget dafür, dass Wissen verbreitet werden konnte und ermöglichte Bildung der Bevölkerung
  • die Dampfmaschine veränderte den Job des Webers dramatisch und sorgte effizientere Produktionsmethoden
  • die Eisenbahn sorgte für die Besiedelung größerer Landstriche und schnellere Kommunikation
  • das Automobil sorget für Mobilität (und erschuf Tankstellen)
  • die Fliessbandarbeit war eine prozessuale Innovation, die die Kosten für Autos senkte

gerade in jüngerer Zeit, unter dem Stichwort “disruptive Technologien”, finden sich viele Beispiele:

  • natürlich das Internet, das so ziemlich alles verändert, was wir kennen – von Fernsehen bis sozialer Interaktion (und auch erst Publikationsformate wie diesen Blog ermöglichte 😉 )
  • Mobiltelefonie und Smartphones verändern die Telekommunikationsbranche und erschufen so etwas wie “Apps”
  • Peer-to-Peer-Datenaustausch war letztendlich die Grundlage für die Digitalisierung der Musikbranche
  • und viele, viele weitere
Über Christoph (186 Posts)

betreibt Marktding.de. Ausserdem ist er B2B-Marketer und Stratege mit einer Vorliebe für Wachstumsstrategien und der Entwicklung und Vermarktung von Dienstleistungen und technischen Produkten. Sein besonderes Faible gilt der Entwicklung von produktbegleitenden Dienstleistungen. Mehr über Christoph hier im Blog.


Zuletzt aktualisiert am 13.12.2015

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5 Responses to Was meint Schumpeter mit “Schöpferische Zerstörung”?

  1. frank 15. Dezember 2015 at 20:17 #

    Hallo Christoph,

    ich finde den Artikel leider etwas unscharf, denn du vermischst zwei Konzepte miteinander. Die historischen, schöpferischen Zerstörungen, die du zuerst auflistet sind sogenannte Kondratjew-Zyklen und beschreiben Umbrüche in der Volkswirtschaft und Gesellschaft (das Fließband gehört übrigens nicht dazu). Bei den heutigen bist du dann zu granular mit Internet, Smartphone, etc – das ist schlichtweg die mikroelektronische oder IT Revolution. Hat ja Auswirkung auf Arbeiten und Informationsbeschaffung. Die kommende wird die Energieversorgung sein.

    Disruptive Technologien oder Innovation ist ein Begriff von C.M.Christensen, der die These vertritt, dass disruptive Innovatoren den Markt umkrempeln und anschließend als Marktführer beherrschen – The first takes it all. Seitdem sind ja alle Startups bemi Pitch disruptiv. Christensens These wurde bereits mehrfach wiederlegt z.B. vom New Yorker 2014. Christens bewegt sich auf der Ebene Betriebswirtschaft, Kondratjew-Zyklen sind auf der Ebene der Volkswirtschaft. Es macht nicht unbedingt betriebswirtschaftlich Sinn, der erste zu sein. Schau dir die kaputte deutsche Solarbranche an, die nicht mehr existent ist, wo jetzt die ganze Welt anfängt auf regenerative Energie zu setzen. We were the first, but do we take it all?

    • Christoph 15. Dezember 2015 at 20:45 #

      Hallo Frank, vielen Dank für die Präzisierung! Das macht es nochmal deutlicher.
      Grüße
      Christoph

  2. Leon del Lago 14. Dezember 2015 at 18:57 #

    Servus Deliah, servus Christoph,
    Was haltet Ihr DAVON:
    es gibt NOCH eine Seite der Medallie,,,,,,,,,
    Eine Medallie ist doch zumindest der Form nach sowas wie eine Münze.
    Ne Münze kann man ja auch auf den RAND stellen-
    Und siehe da durch geringfügiges Bewegen des Dingens, daß wir alle über dem Hals tragen ergibt sich sowas wie eine Allroundperspektive, sogar auf die meistens auch auf dem Münzrand noch stehenden Weißheiten.
    Will heißen:
    Wer nach allen Seiten offen ( und trotzdem “ganz dicht”) ist, dem fällt es im heutigen allumfassenden Informationszeitalter doch wirklich nicht schwer, ganz für sich alleine selbst eine Meinung zu Allem und Jedem zu bilden, intensiv Für und Wider abzuwägen, und DANN die Münze auf diese Seite zu legen, deren Antlitz einem selbst am besten gefällt.
    Wem diese Vorgehensweise etwas schwer fällt, der könnte auch überirdischen Rat heranziehen mit dem Stoßgebet:
    Gott gebe mir die Offenheit, erst mal alles, was auf mich zukommt unvoreingenommen zu betrachten ….
    sowie den Geist, und den Mut, die Spreu und den Weizen zu erkennen,
    und die Weisheit, das eine vom anderen zu trennen
    und …… die Chutzpe, nicht nur zu REDEN, sondern das auch zu T U N.
    :-))
    Bezüglich TUN:
    Wir sind – hier in Südbayern – seit Jahren kontinuierlich und erfolgreich dabei, auf Basis neuer alternativer und gleichzeitig synergetischer Denk- und Handlungsweisen in geschlossenen Nutzerkreisen ein nachhaltiges und enkelgerechtes Wirtschaftsnetzwerk zu etablieren. Dabei liegt der generelle Gedanke der Permakultur in allen Lebensbereichen und -facetten zugrunde.
    Immer mehr Menschen und Organisationen sind es leid, tagtäglich vom konsum-, zins und zinseszins- und lobbyistengesteuerten Wirtschaftssystem manipuliert und zum überbordenden Konsum gedrängt zu werden, und suchen händeringend nach leb- und praktizierbaren Alternativen.
    Diese Alternativen sind längst in gesetzeskonformer und professionell handelbarer Form vorhanden und werden bereits in motvierend vielen kleinen und großen Netzwerken z.T. perfekt gelebt.
    Dazu ist jedoch eines zwingend notwendig.
    Die Erkenntniss:
    Reden und immer nur Reden bringt auf Dauer nix.
    TUN ist angesagt!
    Oder:
    Reden ist Silber – TUN ist Gold!
    Und dazu bedarf es der MACHER.
    Wenn Ihr solche Spezies seid, dann freue ich mich auf entsprechend konstructive Konversation.

    Pfiad eich!
    …. is bayrisch und heißt:
    mit vorzüglicher Hochachtung :-))))
    Euer
    Léon del Lago

  3. Deliah Rill 14. Dezember 2015 at 13:37 #

    Nur eine Seite der Medaille?

    Die Botschaft des Artikels ist klar und simpel: Sich an Altbewährtem festzuklammern, führt über kurz oder lang in die Rückständigkeit. Nur wer nach vorne blickt, sich offen zeigt für Neues und Raum lässt für Innovationen, wird auf Dauer bestehen können. So weit, so wahr.
    Doch wer ein Plädoyer für Fortschrittsdenken unter dem Stichwort „Schöpferische Zerstörung“ hält, von dem erwarte ich einen etwas differenzierteren Blick, der auch den zweiten Teil des Begriffes nicht außer Acht lässt.

    Besonders die Beispiele im letzten Abschnitt werden doch etwas arg unkritisch abgehandelt.
    Ohne die enormen gesellschaftlichen Entwicklungsfortschritte durch die Industrielle Revolution in Frage stellen zu wollen: Was ist mit der anderen Seite der Medaille? Was wurde denn zerstört, um den Preis der technischen Weiterentwicklung (Stichworte: Beschleunigung der Lebensabläufe, monotonisierte Arbeit, Umweltverschmutzung etc.)? Was ging verloren, um Neues zu erreichen? Und warum ist der Autor überzeugt: Das war es wert?

    Wer A sagt, sollte auch B sagen. Und in diesem Falle ein offenes Ohr haben für all jene, die dem zerstörerischen – oder, weniger „hart“ formuliert, erodierenden und transformierenden – Aspekt der Innovation skeptisch bis verängstigt gegenüber stehen. Denn einseitiger Fortschrittsglaube ohne Rücksicht auf (tatsächlich dabei niemals ausbleibende) Verluste ist heute ebenso von gestern wie die Scheu vieler (gerade größerer) Unternehmen, sich auf technische Neuerungen und damit einhergehende gesellschaftliche Veränderungen einzulassen …

    • Christoph 14. Dezember 2015 at 13:51 #

      Hallo Deliah,
      was für ein schöner Kommentar – vielen Dank dafür. Da bringst Du wirklich ein paar gute Punkte und hast die auch noch stringent und strukturiert formuliert. Da kann (und will) ich auch nicht wirklich widersprechen. Es freut mich, dass der Beitrag zum Nachdenken anregt und freue mich noch mehr, dass durch Deinen Kommentar das Bild noch runder wird.

      Liebe Grüße
      Christoph

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