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Die Playlist als Markenbotschafter

Bei einem Vortrag durfte ich kürzlich Stefan Zilch von Spotify zuhören, der seinen Musikstreamingdienst als Marketinginstrument vorgestellt hat.
“Hä, wie jetzt? Spotify als Marketingtool?” So wie Du Dich jetzt wahrscheinlich wunderst, genauso überrascht war ich auch.
Auf den ersten Blick erschloss sich mir nicht, wie man Spotify als Marketinginstrument nutzen können sollte.
Also hörte ich gebannt zu und lernte eine Menge. Und weil’s so spannend war, will ich davon hier berichten.

Was ist Spotify überhaupt?

Bevor es los geht – ein kurzer Exkurs zu Spotify, falls Du es bisher noch nicht kennst oder nur den Namen mal gehört hast.

Spotify ist ein Musikstreamingdienst, d.h. im Prinzip kaufst Du keine Lieder zum Download auf Deinen Rechner oder Dein Smartphone, sondern sie werden gestreamt, d.h. Du kannst sie hören, sie werden aber nicht gespeichert. Das Streaming ist von Seiten der Lizenzkosten natürlich günstiger anzubieten als das Kaufen.

Spotify gibt es in einer kostenlosen Version mit Werbeunterbrechungen (wie Radiowerbung) oder für knapp 10 Euro/Monat zum unbegrenzten Musikgenuss von 20 Millionen Liedern. Im Bezahlmodell gibt es weitere Funktionen, wie z.B. Spotify connect. Damit können Lieder auch auf andere Geräte ausser PC und Smartphone gestreamt werden (z.B. Receiverblank oder Lautsprecher [aff. Links]) und in einem speziellen Format doch auch downgeloadet werden um bei ausgeschalteter Funkverbindung Musik hören zu können.

Playlisten machen die Musikauswahl leichter

Ein weiteres schönes – und für den folgenden Teil wichtiges – Feature sind die Playlisten. Natürlich kann man sich Playlisten zusammenstellen. Oder noch besser: aus den Vorschlägen von Spotify und anderen die für den Moment passende Playlist auswählen.

Spotify bietet für jeden Anlass und jede Situation vorgefertigte Playlists – von Party bis Sport oder Relax. Abhängig von Wochentag und Uhrzeit macht das System auch schöne Vorschläge. So wird Sonntagsmorgens die u.a. “Kaffeehausmusik” vorgeschlagen, am Samstag nachmittag ist es die “Putz-Playlist”. Morgens um 8 Uhr wird dann “Morning Commute” empfohlen.

Playlisten individualisieren

Neben den Vorschlägen die Spotify macht, kann jedermann auch seine eigenen Playlisten generieren. Und veröffentlichen! Wie aus sozialen Netzwerken bekannt, kann man andern Usern und ihren Playlisten “folgen” und bekommt Updates dazu.

Wenn ich also glaube, die perfekten Liederkombination für den Kindergeburtstag gefunden zu haben, so kann ich die Playlist “Die ultimative Kindergeburtstagsparty” veröffentlichen und werde so zum virtuellen DJ vieler Kindergeburtstage.

Die Markenbotschaft über Playlisten kommunizieren

Und so wird’s langsam konkret mit der Nutzung von Spotify in der Markenkommunikation.

Warum nicht die Nutella-Playlist zum Frühstück? Oder die TUI-Playlist mit Südseeklängen? Wie wäre es mit einer “Gillette-Playlist” zum Wachwerden? Genau das ist die Idee dahinter: Das “branding” von Playlisten, die die Markenbotschaft unterstützen und Deiner Marke bei der Zielgruppe im richtigen Moment Präsenz verschaffen.

Adidas hat es bereits vor einiger Zeit vorgemacht: Mit boost your run gibt es nicht nur eine Playlist, sondern auch die begleitende Web-App dazu: Man gibt Ort, Lieblingslied, Stimmung und Laufdistanz an und bekommt eine fertige Playlist, die sich auf das Smartphone laden lässt.

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Ein anderes Bespiel gefällig? Der Besserwerbeblog marketing-blog.biz hat – Nomen est omen – eine Playlist mit den bekanntesten Songs aus der Werbung zusammengestellt und auf Spotify veröffentlicht. Hörenswert!

Das Ganze Programm nennt sich Spotify for brands und lässt sich mit einfachen Mitteln für jedes Unternehmen realisieren.

Die Vorteile liegen auf der Hand:

  • Die Marke lässt sich kommunizieren, ohne dass der Nutzer sich belästigt fühlt
  • man kann ein Key Visual oder Produktbild als “Cover”-Bild der Playliste hinterlegen
  • Ebenso lässt sich ein Link zur Produkt- oder Kampagnen-Webseite angeben

Zu beachten ist jedoch aus meiner Sicht, dass es alleine mit der Anlage einer Playlist nicht getan ist. Diese muss den Nutzern bekannt gemacht werden (sonst hört sie ja niemand) und regelmäßig gepflegt werden. Das sollte jemand tun, der sich (musikalisch) damit auskennt 😉

Und am besten sollte sie, so wie bei Adidas, in eine Kampagne einbezogen werden. Damit dreht sich allerdings die Logik um: die Playlist steht nicht mehr im Vordergrund der Markenkommunikation, aber sie kann die Kampagnen und Produktkommunikation gut unterstützen.

Give it a try.

Hast Du schon Erfahrungen mit Audio-Kommunikation gesammelt?

Christoph
Christophhttps://www.marktding.de/christoph-ludewig
betreibt Marktding.de. Ausserdem ist er B2B-Marketer und Stratege mit einer Vorliebe für Wachstumsstrategien und der Entwicklung und Vermarktung von Dienstleistungen und technischen Produkten. Sein besonderes Faible gilt der Entwicklung von produktbegleitenden Dienstleistungen. Mehr über Christoph hier im Blog.

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