Porters Five Forces kurz und knapp

Im Beitrag zur Strategieentwicklung und den 8 wichtigsten Strategie-Tools hatte ich Porters Five Forces, die Branchenstrukturanalyse erwähnt. Diese Methodik eignet sich nicht nur um die Kräfte, die innerhalb einer Branche wirken zu analysieren, sondern auch, um die externen Einflussfaktoren auf das eigene Unternehmen zu bewerten.

Das ist ein wesentlicher Teil der externen Umfeldanalyse, die zusammen mit der Unternehmensanalyse den Ausgangspunkt der Strategieentwicklung darstellt.

Die Kernelemente des Five Forces Modells

Wie der Name schon sagt, hat Porter fünf Einflussfaktoren identifiziert, die auf das Unternehmen einwirken:

  1. Rivalität unter den bestehenden Wettbewerbern: Im Rahmen der Strategieentwicklung und speziell der Umfeldanalyse ist die Wettbewerbsbeobachtung von elementarer Bedeutung. Die Aggressivität der Wettbewerber, neue Produkte, regionale Expansionen, liquide Mittel und Preisstrategien beeinflussen, wie wir uns positionieren müssen.
  2. Bedrohung durch neue Anbieter: wer hätte gedacht, dass ein Computerhersteller aus Kalifornien zu einem der größten Handyhersteller (Quelle: Heise) der Welt werden würde? Nokia sicher nicht.
  3. Verhandlungsstärke der Lieferanten: Wenn Lieferanten eine starke Stellung in der Lieferkette haben, können sie für ein Unternehmen zur Bedrohung werden – spätestens dann, wenn sie abhängig von dem Lieferanten sind
  4. Verhandlungsstärke der Abnehmer: ist typisch für Käufermärkte, also dann, wenn Käufer nach Belieben den Lieferanten wechseln können. Das betrifft die meisten Konsumgütermärkte und Commodities.
  5. Bedrohung durch Ersatzprodukte: Man muss die Augen offen halten nach Substitutionsprodukten, also Produkten, die gleiche Funktion oder den gleichen Kundennutzen wie das eigene Produkt bieten. Z.B. lassen sich Navigationsgeräte sehr gut durch Smartphones ersetzen, Laptops durch Tablets.

Anhand dieser Klassifizierung lassen sich zukünftige Trends und Einflüssen auf das eigene Unternehmen ableiten.

Grundsätzlich gilt jedoch, dass dieses Modell nur angewendet werden sollte, wenn man die Attraktivität einer gesamten Branche analysieren will. Der reinen Lehre nach gilt es nicht für Einzelunternehmen. In dem Kontext der Strategieentwicklung bin ich jedoch der Auffassung, dass es sehr wohl zulässig ist, das Modell als Strukturierungsansatz zu verwenden, um die Einflussfaktoren auf das eigene Unternehmen zu kategorisieren.

Weitere Informationen zu Porters Five Forces Modell finden sich bei Wikipedia und in diesem Videointerview mit Michael Porter (englisch).

Habt Ihr Porters Five Forces bereits eingesetzt? Wie sind die Erfahrungen damit?  Die Kommentare sind geöffnet!

 

Über Christoph (186 Posts)

betreibt Marktding.de. Ausserdem ist er B2B-Marketer und Stratege mit einer Vorliebe für Wachstumsstrategien und der Entwicklung und Vermarktung von Dienstleistungen und technischen Produkten. Sein besonderes Faible gilt der Entwicklung von produktbegleitenden Dienstleistungen. Mehr über Christoph hier im Blog.


Zuletzt aktualisiert am 02.11.2015

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