Die digitale Stempelkarte: Treuepunkte im Smartphone

Digitale Stempelkarte: Aufsteller mit QR-Code als Bonuskarte

Quelle: 10Stamps

Vor einiger Zeit hatte ich hier im Blog mal über 10Stamps berichtet, einem Anbieter von digitalen Stempelkarten. Zur Erinnerung – worum geht es bei 10Stamps? Das Prinzip ist einfach: 10Stamps ersetzt die Stempelkarte, die man bei jedem Bäcker, Friseur und Eisdiele bekommen kann. Wenn Du 10mal dort warst, bekommst Du ein Brötchen umsonst. Mit 10Stamps funktioniert das digital: Du scannst bei dem teilnehmenden Unternehmen einen QR-Code und Deine Treuepunkte sind im Handy gespeichert. Du sparst Dir ein dickes Portemonnaie mit allen Bonuskarten und bringst dem Geschäft höhere Kundenbindung.

In meinem damaligen Beitrag hatte ich mir aber auch gewünscht, dass der Prozess des Scannens etwas vereinfacht wird (Stempel auf Karte geht schneller als Handy raus, App starten und scannen). Die Idee, das Bonuskartensystem auch zum mobilen Bezahlen weiterzuentwickeln, lag auch nicht so weit weg.

Übersicht Partnernetzwerk von 10Stamps

Übersicht Partnernetzwerk
Quelle: 10Stamps

Was ist draus geworden? 10Stamps hat sich weiterentwickelt und ein Update zu ein paar Neuerungen und Infos zu einer aktuellen Studie gegeben. Das will ich Dir nicht vorenthalten.

Wie hat sich die digitale Stempelkarte von 10Stamps entwickelt?

Bei meinem letzten Bericht Ende 2012 hatte 10Stamps mehr als 100.000 Nutzer und ein Partnernetzwerk mit über 1.000 Annahmestellen in der Deutschland, Österreich und der Schweiz. Nach aktuellen Pressemitteilungen hat sich die Zahl der Nutzer verdoppelt, die Zahl der Partner ist jedoch konstant geblieben.

Erfreulicher ist jedoch, dass 10Stamps seit Juni 2013 nicht mehr nur Barcodes einscannen kann, sondern mit NFC-fähigen Smartphones auch kontaktlos NFC-Tags erkennen kann. Das vereinfacht den Prozess deutlich.

Cafe der Zukunft - Messestand von 10Stamps

10Stamps auf der Internorga 2014: Cafe der Zukunft
Quelle: 10Stamps

Und mindestens genau so sinnvoll finde ich, dass 10Stamps in der Tat den Weg in Richtung mobile payment einschlägt: Auf der Messe Internorga im März 2014 zeigt das Unternehmen das “Café der Zukunft”: Per Handy den Kaffee bestellen und bezahlen.

Aber es gibt noch mehr.

Digital vs. Papier: Welche Bonuskarte zieht mehr?

Eine Studie der Technischen Universität München vergleicht Nutzen und Ergebnis des Einsatzes von digitalen Stempelkarten gegenüber Papier-Stempelkarten auf Umsatz und Kundenbindung bei Cafés. Fazit laut der Studie:

  • Cafés, die eine digitale Stempelkarte einsetzen, gelten als innovativ, kundenfreundlich, umweltbewusst und zukunftssicher
  • Bei der Wahl zwischen zwei Cafés wählten 90% der Befragten das mit der digitalen Stempelkarte – überwiegend eben, weil es ein solches Bonusprogramm anbietet
  • über 75% der Smartphone-Besitzer, die Stempelkarten nutzen, können sich vorstellen auf die digitale Variante umzusteigen
  • Gäste, die 10Stamps nutzen, geben im Jahr in einem Coffee Shop im Schnitt 700€ aus, deutlich mehr als Gäste mit Papier-Stempelkarten (400€) und ohne Bonusprogramm (200€)

Bei manchen Fragen muss man zwar Ursache und Wirkung genau betrachten (z.B.: Gehen die Kunden häufiger ins das Café, weil sie eine digitale Bonuskarte haben, oder nehmen sie an dem Programm teil, eben weil sie häufiger in das Café gehen?)

Prinzipiell denke ich aber ebenfalls, dass ein Bonusprogramm auf dem Handy durchaus zu höherer Kundenbindung und -loyalität führen kann und kann – zumindest auf Basis der zugrundeliegenden Studie – die daraus gezogenen Schlussfolgerungen nachvollziehen.

Aber es muss unkompliziert sein – das wird aus der Studie (und auch auf der unten abgebildeten Infografik) deutlich: Cafés mit digitalen Bonusprogrammen werden als komplizierter empfunden.

Etwas irritiert ob des Zeitpunkts der Studien (Erstellung November 2012, Veröffentlichung bei 10Stamps Februar 2014) war ich schon und natürlich muss man bei der Interpretation der Ergebnisse auch im Hinterkopf haben, dass die Studien von 10Stamps in Auftrag gegeben wurden. Beides wird aber offen dargelegt und in keinster Weise verschleiert – das trägt zur Glaubwürdigkeit bei.

Getreu dem Motto “Glaube keiner Auswertung, wenn Du nicht die Fragen kennst” liefert 10Stamps auch gleich die Quellen (Studien der Technischen Universität München) mit:

 

Infografik zur Studie "Stempelkarte: Mobil schläft Papier"

Quelle: 10Stamps

Und? Nutzt Du eine digitale Stempelkarte auf dem Smartphone?
Über Christoph (185 Posts)

betreibt Marktding.de. Ausserdem ist er B2B-Marketer und Stratege mit einer Vorliebe für Wachstumsstrategien und der Entwicklung und Vermarktung von Dienstleistungen und technischen Produkten. Sein besonderes Faible gilt der Entwicklung von produktbegleitenden Dienstleistungen. Mehr über Christoph hier im Blog.


Zuletzt aktualisiert am 04.11.2015

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  1. Digitale Stempelkarten | MoMe - Monika Meurer - Muse 2.0 - 8. Februar 2015

    […] aus der Schweiz BusinessApps, poinz oder Deutschland: 10stamps. Und angeblich werden die digitalen Stempelkarten mehr genutzt, als die […]

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