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Mit dem Business Model Canvas Geschäftsmodelle definieren

“Wir müssen das Geschäftsmodell definieren.” Oder: “Das passt nicht zu unserem Geschäftsmodell.” Sätze, die man häufig hört. Und das dominierende Wort ist “Geschäftsmodell”. Jeder hat irgendwie eine Vorstellung davon, was ein Geschäftsmodell ist. Trotzdem bleibt es ein schwammiger Begriff. Ein “Geschäftsmodell” kann alles und nichts sein. Ich hatte schon mal beschrieben, wie sich ein Geschäftsmodell als Produktangebot, Erlösmodell und Wertschöpfungsmodell beschreiben lässt.

Mit dem Business Model Canvas gibt es eine weitere, sehr schöne Möglichkeit, ein Geschäftsmodell zu beschreiben. Das Business Model Canvas ist etwas detaillierter als das vorgenannte Modell und eignet sich daher sehr gut, Geschäftsmodelle zu visualisieren und zu definieren.

Business Model Canvas
Quelle: Alexander Osterwalder, Business Model Alchemist

Das Business Model Canvas wurde von Alexander Osterwalder entwickelt und Du kannst es Dir am besten als großes Plakat vorstellen, auf welchem die einzelnen Rubriken gefüllt werden können:Das Business Model Canvas orientiert sich an der Wertschöpfungskette – links startet es mit den Rohstoffen/Inputfaktoren und Lieferanten und geht nach rechts bis zu den Kunden. Unten drunter stehen die “begleitenden Prozesse”. Und weil wir ja kundenorientiert sind und vom Kunden her denken, werden die Felder von rechts nach links ausgefüllt, also zuerst wird die Kundenzielgruppe beschrieben.

Inhalte der Felder des Business Model Canvas

Getreu dem Motto “Wie isst man einen Elefanten? Stück für Stück!” werden die Felder nach und nach befüllt. So kann das “große Wort Geschäftsmodell” in leicht verdauliche Stücke zerlegt werden. Was kann in den Feldern stehen? Hier ein paar Anregungen ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

  1. Kundensegmente: Auf welchem Markt bist Du tätig? Wer sind Deinen Kunden? Wen sprichst Du an? Nische oder Massenmarkt?
  2. Kundenbeziehungen: Wie interagierst Du mit den Kunden? Persönliche Gespräche automatisierte Dienstleistungen? Regelmäßiger oder einmaliger Kontakt?
  3. Vertriebskanäle: Wie wird Dein Produkt verkauft? Appstore? Handel? Dienstleistung? Vertriebsmitarbeiter oder Online?
  4. Wertangebote: Was ist der USP? Welchen Nutzen hat das Produkt? Welche Kundenprobleme löst Du?
  5. Schlüsselaktivitäten: Was sind die wichtigsten Aufgaben in Deinem Wertschöpfungsmodell? Ist es Vertrieb? Oder Entwicklung? Wie schaffst Du Mehrwert? Du kannst nicht alles selber machen – aber was kannst Du besser als Deine Wettbewerber?
  6. Schlüsselressourcen: Auf wen oder was bist Du angewiesen um Dein Geschäftsmodell zu betreiben? Sind es Know-How-Träger in Deiner Organisation? Oder Handelspartner? Patente? Investoren? Gebäude? Sonstige Assets?
  7. wichtige Partner: Wer ist ausserhalb Deiner Organisation wichtig für Dich? Besondere Lieferanten? Verbände? Journalisten? Was brauchst Du von den Partnern unbedingt?
  8. Einnahmequellen: Wie verdienst Du Geld? Was sind Kunden bereit zu bezahlen? Sind es Einmaleinnahmen oder wiederkehrende Erlöse? Wie sieht das Preismodell aus? Wie teuer ist Dein Produkt? Rabattmodelle? Preisstrategie?
  9. Kostenstrukturen: Welche Kostenblöcke hast Du? Was sind Fixkosten, was sind variable Kosten? Willst Du die Kostenführerschaft in der Branche anstreben?

Das sind nur ein paar Anregungen, wie Du das Business Model Canvas befüllen kannst. Je mehr Zeit Du Dir nimmst, um so genauer wird es natürlich. Damit erkennst Du dann auf einen Blick, wie alles zusammenhängt und auch, wo die Schwachstellen oder Fragezeichen in Deinem Geschäftsmodell liegen.

Wie kann das Business Model Canvas verwendet werden?

Das Business Model Canvas kann zu verschiedensten Anlässen eingesetzt werden, z.B.

  • wenn Du ein Geschäftsmodell beschreiben willst hast Du alle wesentlichen Komponenten abgedeckt
  • wenn Du eine Startup-Idee visualisieren willst – inklusive der White-Spots
  • wenn Du den Aufbau eines Business strukturieren willst – an was musst Du alles denken?
  • wenn Du prüfen willst, ob ein Geschäftsmodell funktionieren kann

Du brauchst mehr Infos?

Weitere Infos gibt es auf der Webseite Strategyzer von Alex Osterwalder, auf welcher sich auch diese Kurzerklärung als 2-Minuten-Video findet:

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Und selbstverständlich gibt es auch ein Buch (aff. Link) dazu:

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Christoph
Christophhttps://www.marktding.de/christoph-ludewig
betreibt Marktding.de. Ausserdem ist er B2B-Marketer und Stratege mit einer Vorliebe für Wachstumsstrategien und der Entwicklung und Vermarktung von Dienstleistungen und technischen Produkten. Sein besonderes Faible gilt der Entwicklung von produktbegleitenden Dienstleistungen. Mehr über Christoph hier im Blog.

3 Kommentare

  1. Interessant, benutze niemals das Business-Model-Canvas, solltest versuchen, den Boss dazu zu bringen, es zu versuchen 🙂

  2. Sehr schöner Blog und ebenfalls äußerst informativ! Bringt definitiv gute neue Ideen! Weiter so und Beste Grüße, Michael Keulemann von der ASK Steuerberatung Hannover

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