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Die 5 besten Kreativitätstechniken für das Marketing

Im Marketing muß man hin und wieder kreativ sein. Doch nicht immer sprudeln die Ideen, so wie sie sollen. Dazu helfen Kreativitätstechniken.

Kreativität ist immer gefragt: Sei es die Entwicklung neuer Produktideen, ein Claim oder Markenname, Ideen für Vermarktungskampagnen – wie häufig hört man den Satz: “Lass uns mal ein Brainstorming machen”. Auch wenn Brainstorming die bekannteste Kreativitätstechnik ist, so gibt es doch weitere, die – je nach Situation – ebenfalls zu sehr guten Ergebnissen führen.

Was die Kreativität blockiert

Denn häufig sitzt man in einem schnell einberaumten Meeting, mit einem Zeitslot von genau 60 Minuten und hat die Aufgabe, einen neuen Produktnamen zu generieren.

  • Im Vorfeld des Meetings hat keiner der Teilnehmer Zeit gehabt, sich mit dem Thema auseinander zu setzen.
  • Im Meeting müssen natürlich noch parallel E-Mails bearbeitet werden, d.h. keiner ist konzentriert bei der Sache.
  • Die etwas introvertierte Kollegin – ja, genau die mit den meisten Ideen – traut sich aber nicht, diese vorzubringen.
  • Und der anwesende Chef hat sowieso schon die “allerbeste Idee”.

Und nachdem allen das Thema und Rahmenbedingungen nochmal erläutert wurde, die Handys ausgeschaltet, alle etwas entspannter sind – ist die Stunde auch schon vorbei und man einigt sich auf einen Folgetermin in gleicher Konstellation.

Output: Zero. Nada. Nichts. Ausser ein frustrierter Produktmanager, der sich dann zu Hause eine Flasche Wein schnappt und selber kreativ wird 😉

Kreativitätstechniken unterstützen einen strukturierten “Ideengenerierungsprozess”

Die aus meiner Sicht fünf erfolgreichsten Kreativitätstechniken setzen – mit unterschiedlichen Schwerpunkten – an den oben genannten Kreativitätsblockern an und versuchen diese zu eliminieren.

  • jeder hat die Chance seine Ideen einzubringen
  • es werden verschiedene Sichtweisen provoziert
  • schaffen (gedanklichen) Freiraum
  • bilden einen Flow, d.h. Ideen bauen aufeinander auf und entwickeln sich

Brainstorming – bekannt, schnell, viel

Brainstorming ist ein Klassiker der Kreativitätstechniken. Die Teilnehmer werfen ihre Ideen in den Raum, ein Moderator hält alles fest. Oftmals vergessen wird, dass während der Kreativphase nicht bewertet oder diskutiert werden soll. Alles ist erlaubt.

6-3-5 Brainwriting – in Ruhe überlegen und Ideen verfeinern

Ähnlich wie das Brainstorming, werden hier von allen Teilnehmern Ideen zu Papier gebracht. 6 Teilnehmer schreiben jeweils 3 Ideen auf einen Zettel und geben diesen an ihren Nachbar weiter, der wiederum 3 Ideen unter die dann bereits vorhandenen schreibt (oder die bisherigen weiterentwickelt). Das Weitergeben geschieht 5 mal.

Im Ergebnis hat man viele (hier 108) Ideen, die aufeinander aufbauen und sich von Runde zu Runde verfeinern.

Flip-Flop-Technik – Schwarzmalerei legitimiert

DIe Flip-Flop-Technik ist ein “inverses Brainstorming”. Ist es nicht viel einfacher überall das Schlechte zu sehen und Argumente zu finden, warum etwas nicht funktioniert? Genau. Deshalb wird bei der Flip-Flop-Technik die Frage umgedreht (“Wie schaffen wir es, alle unsere Kunden zu vergraulen?”) und im Brainstorming die Antworten dazu gefunden. Aber nicht vergessen, die Antworten dann auch wieder ins Gegenteil zu verkehren, bevor sie umgesetzt werden 😉

Die Flip-Flop-Technik macht Spass und ist eine Abwechslung zum herkömmlichen Brainstorming.

Die SCAMPER-Methode – methodische Abwandlung des Bestehenden

Die SCAMPER-Methode listet ähnlich der Osbourne-Checkliste strukturiert Fragen auf, die als Anregung zur Weiterentwicklung eines Produktes oder Idee verwendet werden können.

  • S wie Substitute: Ersetze – z.B. Komponenten, Materialien, Personen
  • C wie Combine: Kombiniere – vermische mit anderen Zusatzfunktionen oder Aggregaten, Servicedienstleistungen, weitere Funktionen
  • A wie Adapt: verändere – z.B. eine Funktion, verwende ein Teil eines anderen Elements, einer Baugruppe, eines Aggregats
  • M wie Modify: Steigere oder vermindere Größe, verändere Gestalt, variiere Attribute (Farbe, Haptik, Akustik, …)
  • P wie Put: “Put to another use” – Finde weitere Verwendung(en), formuliere den Anwendungsbereich um
  • E wie Eliminate: Entferne – Elemente, Komponenten, reduziere auf Kernfunktion, vereinfache
  • R wie Reverse: Kehre um, stülpe das Innere nach außen, stelle auf den Kopf, finde entgegengesetzte Nutzung

SCAMPER eignet sich vornehmlich zur Generierung von Produktideen. Es ist ähnlich dem Morphologischen Kasten.

Denkhüte – Rollenspiel als Kreativitätstechnik

Farbige Hüte wie Denkhüte von de BonoDiese Kreativitätstechnik bedarf einer Moderation und gewisse Disziplin seitens der Teilnehmer. Es gibt 6 verschiedene Farben (=Hüte), die für bestimmte Eigenschaften stehen, die von den Teilnehmern in der Runde verkörpert werden sollen:

  • weiß: Analytisches Denken – Konzentration auf Tatsachen, Fakten und Anforderungen und wie sie erreicht werden können, objektiv, “Das weiße Blatt”
  • rot: Emotionales Denken, Empfinden – Konzentration auf Gefühle und Meinungen, Subjektiv, “Feuer und Wärme”
  • schwarz: Kritisches Denken – Risikobetrachtung, Probleme, Skepsis, Kritik und Ängste, kritisch, “Schwarzmalerei”
  • gelb: Optimistisches Denken – Was kann im besten Fall erreicht werden?, Spekulativ, “Sonnenschein”
  • grün: Kreatives, assoziatives Denken – Neue Ideen, Kreativität, Konstruktiv, “Wachstum”
  • blau: Ordnung, moderierendes Denken – Überblick über die Prozesse, Big Picture, “Der blaue Himmel”

Durch die Hüte wird das Problem oder die Fragestellung aus allen Perspektiven beleuchtet. Diese Methode erfordert eine gewisse Erfahrung bei den Teilnehmern, da sie eine “Rolle” zu spielen haben und dieser auch treu bleiben müssen.

Eine Abwandlung ist, dass alle Teilnehmer die gleiche Hutfarbe aufhaben und die Farbe für alle nach und nach wechselt.

 

Wer mehr wissen will – Wikipedia ist ein guter Startpunkt, um viele Kreativitätstechniken im Detail kennenzulernen.

Welche Kreativitätstechniken kennst Du und wendest gerne an? Ergänze die Liste doch durch Deinen Kommentar.

 

 

 

Christoph
Christophhttps://www.marktding.de/christoph-ludewig
betreibt Marktding.de. Ausserdem ist er B2B-Marketer und Stratege mit einer Vorliebe für Wachstumsstrategien und der Entwicklung und Vermarktung von Dienstleistungen und technischen Produkten. Sein besonderes Faible gilt der Entwicklung von produktbegleitenden Dienstleistungen. Mehr über Christoph hier im Blog.

7 Kommentare

  1. Hallo,
    ich bin ein großer Fan von der Metapher-Methode.Wenn ich ein Problem habe, dann picke ich mich einen komplett anderen Themenbereich heraus. Dort bin ich meistens Fachmann. Wie würde dort ein analoges Problem aussehen? Wie würde ich das lösen?

    Die Lösungsansätze daraus muss ich nur noch zurück-transformieren und ich habe wunderbare “out-of-the-box” Lösungsansätze.

    Viele Grüße,
    David Goebel

  2. Nach meiner Erfahrung sind die “konvergenten” Kreativitätstechniken (TRIZ oder ASIT), bei denen die gemeinsamen Muster vieler erfolgreicher Lösungen zur gezielten Ideensuche genutzt werden, sehr viel effektiver als die oben gelisteten “divergenten” Ansätze, bei denen versucht wird sehr viele Ideen zu gewinnen, in der Hoffnung, dass etwas Brauchbares dabei ist.
    Informationsseiten: http://www.triz40.com/TRIZ_GB.php und http://www.asit.info

    Viel Erfolg
    Dietmar

  3. […] Im Marketing muß man hin und wieder kreativ sein. Doch nicht immer sprudeln die Ideen, so wie sie sollen. Dazu helfen Kreativitätstechniken.Kreativität ist immer gefragt: Sei es die Entwicklung neuer Produktideen, ein Claim oder Markenname, Ideen für Vermarktungskampagnen – wie häufig hört man den Satz: “Lass uns mal ein Brainstorming machen”. Auch wenn Brainstorming die bekannteste Kreativitätstechnik ist, so gibt es doch weitere, die – je nach Situation – ebenfalls zu sehr guten Ergebnissen führen. Denn häufig sitzt man in einem schnell einberaumten Meeting, mit einem Zeitslot von genau 60 Minuten und hat die Aufgabe, einen neuen Produktnamen zu generieren. Im Vorfeld des Meetings hat keiner der Teilnehmer Zeit gehabt, sich mit dem Thema auseinander zu setzen.Im Meeting müssen natürlich noch parallel E-Mails bearbeitet werden, d.h. keiner ist konzentriert bei der Sache.Die etwas introvertierte Kollegin – ja, genau die mit den meisten Ideen – traut sich aber nicht, diese vorzubringen.Und der anwesende Chef hat sowieso schon die “allerbeste Idee”. Und nachdem allen das Thema und Rahmenbedingungen nochmal erläutert wurde, die Handys ausgeschaltet, alle etwas entspannter sind – ist die Stunde auch schon vorbei und man einigt sich auf einen Folgetermin in gleicher Konstellation…….  […]

  4. […] Im Marketing muß man hin und wieder kreativ sein. Doch nicht immer sprudeln die Ideen, so wie sie sollen. Dazu helfen Kreativitätstechniken.Kreativität ist immer gefragt: Sei es die Entwicklung neuer Produktideen, ein Claim oder Markenname, Ideen für Vermarktungskampagnen – wie häufig hört man den Satz: “Lass uns mal ein Brainstorming machen”. Auch wenn Brainstorming die bekannteste Kreativitätstechnik ist, so gibt es doch weitere, die – je nach Situation – ebenfalls zu sehr guten Ergebnissen führen.Denn häufig sitzt man in einem schnell einberaumten Meeting, mit einem Zeitslot von genau 60 Minuten und hat die Aufgabe, einen neuen Produktnamen zu generieren.Im Vorfeld des Meetings hat keiner der Teilnehmer Zeit gehabt, sich mit dem Thema auseinander zu setzen.Im Meeting müssen natürlich noch parallel E-Mails bearbeitet werden, d.h. keiner ist konzentriert bei der Sache.Die etwas introvertierte Kollegin – ja, genau die mit den meisten Ideen – traut sich aber nicht, diese vorzubringen.Und der anwesende Chef hat sowieso schon die “allerbeste Idee”.Und nachdem allen das Thema und Rahmenbedingungen nochmal erläutert wurde, die Handys ausgeschaltet, alle etwas entspannter sind – ist die Stunde auch schon vorbei und man einigt sich auf einen Folgetermin in gleicher Konstellation…….  […]

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