Der Blog zu Marketing, Strategie und Innovation

Die PEST-Analyse: unverzichtbares Werkzeug in der Strategieentwicklung

In dem Beitrag zur Strategieentwicklung hatte ich berichtet, wie sich in sechs aufeinander aufbauenden Schritten eine Strategie erarbeiten läßt. Ein wesentlicher Punkt dabei ist die Analyse der externen Unternehmensumwelt mittels PEST-Analyse.

Um die Vielzahl an Trends, Veränderungen und Einflüssen zu strukturieren, sollte man dabei methodisch vorgehen um den Überblick nicht zu verlieren und sicherzugehen, dass alle Felder abgedeckt werden.

Dazu bietet sich die PEST-Analyse an (aus STEP genannt, das hört sich nicht ganz so krank an).

Was heisst PEST?

PEST steht dabei für die Analyse von unternehmensexternen Entwicklungen in folgenden Bereichen:

  • politischen (z.B. Gesetze, staatliche Förderungen, Exportrichtlinien)
  • ökonomischen (=Economical) (z.B. Wirtschaftswachstum, Zinsen, Steuern)
  • sozio-kulturell (z.B. Vorlieben, Demographie, Verhaltensweisen)
  • technologischen (z.B. Erfindungen, Kosten für Technologien)

Wenn die Gesetzgebung einen großen Einfluss auf die Unternehmensentwicklung ausübt, kann die PEST-Analyse auch zur PESTLE-Analyse weiterentwickelt werden, wobei das “LE” dann für “legal” steht. Ansonsten werden die gesetzlichen Rahmenbedingungen unter “politisch” erfasst.

Wie funktioniert die PEST-Analyse?

Ganz pragmatisch bietet es sich an, eine Liste mit den möglichen Einflussfaktoren aufzustellen, diese den Kategorien zuzuordnen und anschliessen mit ihrer Wichtigkeit und Eintrittswahrscheinlichkeit zu bewerten.

Basierend darauf können dann für die relevanten Einflüsse weitere Untersuchungen durchgeführt werden.

Beispiele für mögliche Unternehmenseinflüsse könnten sein:

  • Gesetzliche Anforderungen: Mit veränderten Gesetzen gibt es auch umgehend neue Produkte bzw. Produktanpassungen. Beispiel: Riester-Rente
  • Technologische Weiterentwicklungen: “Internet everywhere” war vor 10 Jahren noch ein Wunschtraum, heute gang und gäbe
  • Ökonomische Faktoren: Die Finanzkrise war ein deutliches Beispiel dafür, dass ökonomische Einflußfaktoren massive Auswirkungen auf unternehmerische Entscheidungen haben.
  • Politische Entwicklungen: Nicht nur lokal- oder bundespolitische Machtwechsel, auch die Geopolitik hat in einer vernetzten Welt immer größeren Einfluss auf Unternehmensentwicklungen (z.B. Euro-Krise, Währungsrisiken, Export, China-Boom)

Nachdem Ihr die Einflussfaktoren dann mit einer Wichtigkeit und Eintrittswahrscheinlichkeit bewertet habt, könnt Ihr diese noch schön übersichtlich in einem Diagramm darstellen:

Es gibt noch mehr….

Zu den maßgeblichen externen Faktoren, die das Unternehmen beeinflussen, gehören aber noch weitere:

  • Wettbewerb: Die “Marktbegleiter” entwickeln ständig neue Produkte und versuchen, ihren Marktanteil zu vergrößern. Wie jedes Unternehmen. Um nicht ins Hintertreffen zu geraten, müssen wir genau beobachten, was der Wettbewerb unternimmt und dann entsprechend dagegen halten.
  • Kundenanforderungen: Kunden stellen immer neue Anforderungen an die Produkte, die sie kaufen und nutzen.

Diese und andere werden ergänzend zur PEST-Analyse in Porters Five Forces dargestellt. Eine Übersicht über die 8 wichtigsten Strategie-Tools gibt es hier im Blog.

Weitere Informationen zur PEST-Analyse gibt es bei Wikipedia, themanagement.de und bei manager-wiki.

Wie nutzt Ihr die PEST-Analyse? Gibt es weiter Methoden, die Ihr anwendet? Die Kommentare sind geöffnet!

Christoph
Christophhttps://www.marktding.de/christoph-ludewig
betreibt Marktding.de. Ausserdem ist er B2B-Marketer und Stratege mit einer Vorliebe für Wachstumsstrategien und der Entwicklung und Vermarktung von Dienstleistungen und technischen Produkten. Sein besonderes Faible gilt der Entwicklung von produktbegleitenden Dienstleistungen. Mehr über Christoph hier im Blog.

5 Kommentare

  1. Toll beschrieben, erleichtert sehr das Brainstorming für die einzelnen Buchstaben.
    Wie ist denn in der Grafik in die Achse Eintrittswahrscheinlichkeit zu verstehen? Diese kenn ich eher wenn es um Risiken geht. Einflussfaktoren treten ja eigentlich nicht ein, sondern sind vorhanden. Vielleicht gibt es eine andere Beschreibung für die X-Achse? Viele Grüße

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Neueste Beiträge

8 Gründe, warum Marketing Spass macht

Reagiert der Markt mal wieder nicht so, wie Du das geplant hast? Warum Marketing trotzdem Spass macht, liest Du hier.

The Hundert – das Startup-Magazin über 100 erfolgreiche Gründerinnen

The Hundert, das Magazin über die Startup-Szene, wird immer populärer und verlässt nun auch seinen Hometurf Berlin. Regelmäßig hatte ich in diesem Blog schon...

Infografik: Augmented Reality mit Werbemitteln

Nicht erst mit dem Auftritt von Mark Zuckerberg bei der Samsung-Präsentation auf dem Mobile World Congress 2016 zur Vorstellung der Virtual Reality Aktivitäten dürfte...

Der Produktmanager ist der CEO seiner Produkte

Es gibt kaum einen Job, der so breit gefächert ist, wie der des Produktmanagers. Und kaum ein Job wird von Unternehmen zu Unternehmen so...

Erfahrungsbericht: wie Kundenzufriedenheit nicht funktioniert

Tja, nun ist es mir auch passiert. Wo ich Kundenzufriedenheit doch so wichtig finde. Ich habe meinen Telefon- und DSL-Tarif umstellen wollen - mit...