Die richtige Interviewtechnik in der Kommunikationsabteilung

Interviewtechnik in der PraxisNeulich in der Kommunikationsabteilung: “Du, da fand doch neulich das Vertriebsmeeting statt – kannst Du darüber mal einen Bericht für den Mitarbeiter-Newsletter schreiben. Und die Produktmanager launchen nächsten Monat ein neues Produkt – da brauchen wir mal eine Pressemitteilung. Danke Dir…”. Hört sich bekannt an?

Du musst Texte liefern und über eine Veranstaltung berichten, bei der Du nicht anwesend warst und ausser Lasten- und Rahmenheften steht Dir als Produktbeschreibung nichts zur Verfügung.

Und jetzt – keep calm and carry on… 😉

Das Problem: Über etwas schreiben, von dem man keine Ahnung hat

Du kannst beruhigt sein – dieses Problem haben Journalisten jeden Tag (und der Autor dieses Blogs Woche für Woche 😉 ). Sie müssen über Sachverhalte schreiben, von denen sie vorher noch nichts gehört haben (und danach vermutlich auch  nie wieder hören werden…). Und das müssen sie am Fliessband tun – sprich: es gibt kaum Zeit, sich intensiv mit den Sachverhalten auseinander zu setzen. Die Kunst ist, schnell an die wesentlichen Informationen zu kommen.

In einer ähnlichen Situation befindest Du Dich in der Kommunikationsabteilung.

Wo sind die Informationsquellen und wie bringt man sie zum Sprudeln?

Du musst erst mal denjenigen ausfindig machen, der die Informationen hat. Den Experten. Oder einen Teilnehmer der Veranstaltung. Den verantwortlichen Produktmanager. Oder wer auch immer das meiste Wissen hat.

Das ist der einfache Part. Der schwierigere ist, aus Deinem Experten die richtigen Informationen herauszulocken. Entweder hat er keine Zeit oder Lust zum Reden, oder er erzählt Dir alles und noch mehr. Entweder hast Du hinterher zu wenige oder zu viele Informationen.

Warum daher nicht bei den Profis abschauen. Wie führen Journalisten Interviews?

GOSSEY – die Interviewtechnik für die richtigen Fragen

Natürlich hat jeder Journalist seine eigene Interviewtechnik. Und die variiert auch von Thema zu Thema, von Gesprächspartner zu Gesprächspartner.

Aber eine Interviewtechnik möchte ich Dir hier vorstellen, die nach meinen Erfahrungen als allgemeingültige Basis verwendet werden kann. Eine typ- und themenspezifische Adaption ist natürlich freigestellt.

Ziel ist es, aus dem Gesprächspartner in möglichst kurzer Zeit die Informationen herauszubekommen, die die eigene Leserschaft interessieren werden.

  • G wie Goal: Was war das Ziel? Warum wurde etwas gemacht?
  • O wie Obstacle: Gab es Hindernisse oder Herausforderungen auf dem Weg zum Ziel?
  • S wie Solution: Wie wurden diese Schwierigkeiten gelöst?
  • S wie Start: Wie fing alles an? Was war der Auslöser für die Aktivität?
  • E wie Evaluation: Wie bewerten Sie das Ergebnis / die Aktivität?
  • Y ist in Why: Warum haben Sie das so gemacht? Was ist Ihre Intention?

Auf den ersten Blick wirkt die Reihenfolge der Fragen nicht sehr (chrono-) logisch, wie man es eventuell erwarten würde. Aber probiert es aus – es ist ein guter Gesprächsleitfaden.

Was für Journalisten funktioniert, funktioniert auch für den Mitarbeiter in Kommunikation.

Ansonsten gilt, was Mark Twain schon erkannte:

Schreiben ist leicht. Man muss nur die falschen Wörter weglassen.

Wie bekommst Du schnell einen Einblick in ein neues Thema, so dass Du drüber schreiben kannst?

 

Über Christoph (185 Posts)

betreibt Marktding.de. Ausserdem ist er B2B-Marketer und Stratege mit einer Vorliebe für Wachstumsstrategien und der Entwicklung und Vermarktung von Dienstleistungen und technischen Produkten. Sein besonderes Faible gilt der Entwicklung von produktbegleitenden Dienstleistungen. Mehr über Christoph hier im Blog.


Zuletzt aktualisiert am 10.11.2013

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