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Wie ein Restaurant zu Erlebnisgastronomie wird

“Wer nichts wird, wird Wirt”, hiess es früher immer (oh je, das gibt jetzt Schelte – aber zu meiner Verteidigung: Betriebswirt bin ich ja auch…). Denn die Gastronomie ist ein hartes Geschäft. Arbeiten rund die Uhr, für wenig Geld und ein harter Wettbewerb. Besonders die Erlebnisgastronomie muss sich immer wieder neu erfinden.

Ein paar Mal schon habe ich mir überlegt: “Wie würde ich wohl ein Restaurant konzipieren, wenn ich ein Lokal eröffnen würde?” Da es eine gewinnbringende Angelegenheit sein sollte, würde ich versuchen, möglichst alle Prozesse effizient auszugestalten. Gleichzeitig aber dem Gast ein gewisses Erlebnis bieten zu wollen. Meine Vorstellung wäre, in jeden Tisch ein Tablet mit digitaler Speisekarte einzulassen und den Kunden darüber bestellen zu lassen. Und bezahlt werden kann auf diesem Wege auch gleich. Hat den Vorteil, dass der Gast unabhängig von der Bedienung ist und nicht warten muss. Und natürlich, dass alles viel schneller und reibungsloser geht: Kein Medienbruch mehr zwischen Bestellung, Zubereitung und Bezahlung.

Klar, dass das nicht ganz so einfach geht und die Tablets auch einiges kosten. Und im Detail sicher auch noch verfeinert werden muss. (Und sicher gibt es dafür auch schon eine App…)

Aber umso überraschter und erfreuter war ich, als ich gesehen habe, dass das FoodLoop im Europapark so ein ähnliches Konzept bereits umgesetzt hat. Und diese Erlebnisgastronomie geht sogar noch weiter: Bis auf dem Kaffee kommen alle Speisen und Getränke automatisch an den Tisch.

Wie funktioniert die Erlebnisgastronomie im FoodLoop

Bestellung am Bildschirm im Restaurant FoodLoop im Europapark Rust - ErlebnisgastronomieBeim Betreten des Restaurants bekommt man eine Scheckkarten-ähnliche Plastikkarte in die Hand gedrückt und wird zu seinem Tisch geführt. An jedem Tisch befinden sich Bildschirme, die von Platz zu Platz geschoben werden können.

An diesen Touchscreens identifiziert man sich mit seiner Karte und kann bequem sein Essen und Getränke auswählen. Am Ende bestätigt man noch seine Bestellung und das war es dann.

Nach ein paar Minuten kommt das Essen “angeflogen” – über eine achterbahnähnliche Konstruktion landet das Essen am Tisch, die Platznummer ist vermerkt, und man kann es sich schmecken lassen.

Das man hier keine “Essen für’s Auge” erwarten kann, ist klar: Das Essen kommt in verschlossenen Töpfen, die Getränke in Flaschen. Das Besteck befindet sich am Tisch.

Obwohl das benutzte Geschirr zum Schluss vom Service abgeräumt wird hat das Ganze dann doch etwas “Kantinen-Flair”. Das wird aber durch die originelle Bestellung und Lieferung wettgemacht.

Die Erlebnisgastronomie im FoodLoop hier noch nochmal im Bewegtbild:

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Erlebnisgastronomie ist Differenzierung, USP, Prozess und Innovation

Ansicht eines Tisches im Restaurant FoodLoop im Europapark Rust - ErlebnisgastronomieWährend Restaurants typischerweise durch einen hohen Grad an Interaktion und Individualität in der Dienstleistungserbringung gekennzeichnet sind, werden im FoodLoop die Prozesse standardisiert, automatisiert und zum Teil auf den Kunden übertragen.

Das sollte eigentlich zu geringeren laufenden Kosten (nachdem die technische Umsetzung realisiert und abgeschrieben ist) führen. Gleichzeitig differenziert sich das Restaurant (und kann deswegen auch die Preise höher halten) und spricht eine spezielle Zielgruppe an – die neugierigen, interessierten, die nicht unbedingt Wert auf einen hohen Servicegrad legen. Passt zu einem Freizeitpark 😉

Und das FoodLoop schafft damit einen USP – echte Erlebnisgastronomie. Und das Achterbahnkonzept im Restaurant passt auch hervorragend in den Kontext eines Freizeitparks.

Differenzierung, Kostensenkung durch optimierte Prozesse und Innovation – das FoodLoop ist damit ein schönes Beispiel für ein “A-Unternehmen” aus dem Beitrag “Unternehmensstrategie einfach und logisch erklärt“.

Kennst Du das FoodLoop? Oder änhnliche Resturants, die mit innovativen Konzepten Aufmerksamkeit und einen USP schaffen?

 

Christoph
Christophhttps://www.marktding.de/christoph-ludewig
betreibt Marktding.de. Ausserdem ist er B2B-Marketer und Stratege mit einer Vorliebe für Wachstumsstrategien und der Entwicklung und Vermarktung von Dienstleistungen und technischen Produkten. Sein besonderes Faible gilt der Entwicklung von produktbegleitenden Dienstleistungen. Mehr über Christoph hier im Blog.

2 Kommentare

  1. Hallo Christoph,

    so oder so ähnlich sah ein Konzept von mir vor ca. 3 Jahren aus, welches mir seinerzeit durch den Kopf ging. In die Tischplatte integrierte Drucksensoren, mit denen die Bestellung ohne Interaktion mit dem Restaurant-Personal getätigt werden kann und das Essen kommt via Fliessband zum Konsumenten. In Zürich beispielsweise können bei McDonalds ebenfalls Bestellungen halbautomatisiert an Terminals aufgegeben werden, an denen auch gleich die Zahlung erfolgt. Das Essen wird dadurch leider auch nicht besser. Mich würde es wirklich mal interessieren, ob sich dieses Investment bei Fastfoodketten wirklich auszahlt und wenn ja, nach welcher verstrichenen Zeit das investierte Kapital wieder ausgeglichen ist.

    Viele Grüsse
    Maurice

    • Hi Maurice,

      danke für Deinen Beitrag – ich kenne diese halbautomatisierten McDonalds-Terminals aus Frankreich. Ich denke, das werden die gleichen sein, wie in der Schweiz. Vermutlich ist das der kostensparendere Weg – nur 1-3 Terminals anstatt Investitionen (und Reparaturen, etc.) in jeden Tisch einbauen….

      Ob sich das rechnet? Wahrscheinlich nicht mit mehr Umsatz, aber vielleicht durch weniger (Prozess-)Kosten.

      Grüsse
      Christoph

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